Zum Namen
"FÜNFTE WAND"...
… ist eine Erweiterung des aus dem Theater stammenden Konzepts der „vierten Wand“, das die Grenze zwischen Aufführung und Publikum beschreibt. Die FÜNFTE WAND verschiebt diese Perspektive. Sie richtet den Blick auf das, was hinter der sichtbaren Ebene liegt: auf die Beziehungen zwischen Rolle und Person, zwischen künstlerischer Praxis und der bildlich gesprochenen Hinterbühne, zwischen innen und außen.
… wird auch im architektonischen Kontext genutzt und bezeichnet dort die Decke oder das Dach als gestaltbaren Raum. FÜNFTE WAND ist eine Einladung, von oben auf kreative Prozesse, Kommunikation und (Organisations-)Kultur zu schauen.
Warum es uns gibt
Die Kreativ- und Kulturbranche folgt eigenen Regeln und Logiken.
Kreative und künstlerische Arbeit ist nur begrenzt steuerbar, verläuft häufig non-linear und benötigt Fokus, Freiräume und Offenheit für Zufälle. Im Hintergrund tragen organisationale Strukturen von Institutionen, kreativen Dienstleistern, Netzwerken und freien Berufen die administrativen, operativen und kommunikativen Dimensionen kreativer Arbeit. Künstlerisches Schaffen steht im Zentrum der Wertschöpfung und prägt Selbstverständnis, Arbeitsweisen und Beziehungen innerhalb der Branche. Aufgrund hoher persönlicher Involvierung und enger Zusammenarbeit ist diese in besonderem Maße menschen- und beziehungsorientiert. Entsprechend beruhen Einstiegs-, Lern- und Karrierewege sowohl für Kreative als auch für operativ tätige Akteur:innen vielfach auf Eigeninitiative und informellen Netzwerken.
Sie lebt von kreativer Schaffensenergie, lebendigen Netzwerken und der Initiative Einzelner.
Während diese Besonderheiten kreative Offenheit, Nähe und lebendige Netzwerke begünstigen, stellen sie Organisationen, Teams und Akteur:innen der Branche vor spezifische Gestaltungsaufgaben: Dort, wo Übergänge, Rollen und Prozesse nicht bewusst gestaltet sind, entstehen komplexe Spannungsfelder, die kreative Arbeit hemmen können. Diese Spannungen werden heute mehr denn je durch tiefgreifende strukturelle Veränderungen zusätzlich verstärkt. Dazu zählen verändertes Publikums- und Marktverhalten, kulturpolitische Eingriffe, Förderkürzungen sowie Entwicklungen wie demografischer Wandel und Künstliche Intelligenz.
Der Kultur- und Kreativbetrieb steht unter zunehmendem strukturellen Druck.
Daraus entsteht die Notwendigkeit, Arbeitsweisen und Strukturen so zu gestalten, dass künstlerische Praxis unter diesen Bedingungen handlungsfähig, widerständig und langfristig entwicklungsfähig bleibt.
Klassische Beratungsansätze greifen hier oft zu kurz.
Sie laufen Gefahr, etablierte Vorstellungen von Steuerbarkeit, Zielerreichung und Wirkung auf künstlerisch geprägte Arbeitskontexte, in denen diese nur bedingt greifen, zu übertragen.
FÜNFTE WAND denkt Organisation aus den Bedingungen künstlerischer Praxis heraus.
FÜNFTE WAND bringt internes Praxisverständnis aus der Kreativ- und Kulturwirtschaft mit und verbindet es mit langjähriger Erfahrung in Organisationsentwicklung, Prozessbegleitung und strategischer Beratung. So entstehen Ansätze, die aus den realen Bedingungen der Branche heraus entwickelt sind und deren spezifische Logiken ernst nehmen. Wir arbeiten an der Schnittstelle von künstlerischer Praxis und organisationaler Realität und gestalten die Übergänge zwischen beiden bewusst. Im Zentrum steht die Frage, unter welchen strukturellen Bedingungen künstlerisches Arbeiten heute möglich ist. Diese Frage bildet den Ausgangspunkt unserer Arbeit und wird in der konkreten Gestaltung von Organisation, Zusammenarbeit und Prozessen verankert.
Über die Gründerin
Laura Krawietz
Nach meinem Studium der Theaterwissenschaft und Sozial- und Kulturanthropologie begann meine berufliche Laufbahn an Berliner Bühnen: an der Deutschen Oper und als Regieassistentin am Deutschen Theater. Dort lernte ich, zwischen künstlerischer Vision, Kreativen und operativen Gewerken zu vermitteln. Eine Fähigkeit, die bis heute den Kern meiner Arbeit prägt.
Später verlagerte sich mein beruflicher Schwerpunkt in den Organisationskontext: Nach einem weiterführenden Studium in Design Thinking am Hasso-Plattner-Institut machte ich mich 2017 erstmals selbstständig. In den folgenden neun Jahren begleitete ich Unternehmen, Stiftungen und öffentliche Institutionen (u.a. Google, Telekom, Robert Bosch Stiftung, Pierre Boulez Saal) bei Innovations-, Veränderungs- und Kulturentwicklungsprozessen als Trainerin, Beraterin und Moderatorin.
Meine vom Theater geprägte, anthropologische Perspektive blieb dabei zentral: Ich betrachte Organisationen wie Inszenierungen – mit ihren impliziten Regeln, Rollen und Dynamiken, die oft im Verborgenen wirken. Über die Jahre hat sich mein Ansatz stark weiterentwickelt. Heute arbeite ich in erster Linie methodenoffen, mit Einflüssen aus Human-Centered Design, systemischer Beratung, Gruppendynamik, Behavioural Design, unterschiedlichen agilen Arbeitsweisen sowie Kreativitätstechniken.
Meine Stärke liegt in meinem generalistischen Profil und meiner Begeisterung für die Konzeption von Programmen und Formaten, das Schaffen produktiver Diskurs- und Arbeitsräume für Gruppen sowie interdisziplinäre Kollaboration.
Mit FÜNFTE WAND kehre ich zu meinen Wurzeln zurück und konzentriere mich auf die Belange der Kreativ- und Kulturbranche. Hier verbinde ich meine Beratungsexpertise mit meinem akademischen und beruflichen Hintergrund im Kulturbereich, um an der Schnittstelle von kreativer Praxis und operativen Strukturen zu wirken. Mich interessiert dabei weniger klassische Beratung als die gemeinsame Entwicklung von Formaten, Prozessen und Formen der Zusammenarbeit, die sowohl künstlerischer Praxis als auch organisatorischen Anforderungen gerecht werden. Insbesondere in einer Zeit, in der Kultur verstärkt unter politischem und finanziellem Druck steht, ist es mir ein Anliegen, hierzu einen Beitrag zu leisten.
Qualifikationen & Zertifikate
Ausbildung: Systemische Organisationsberatung (artop, Institut an der Humboldt Universität zu Berlin, 2023-24)
Master of Arts: Leadership in Digitaler Innovation (Universität der Künste Berlin, berufsbegleitend, 2020-24)
Zertifizierung: Scrum Master & Product Owner (Scrum.org, 2019)
Summer School: Innovation in Social Design (Universität Antwerpen, 2019)
Weiterbildender Studiengang: Basic- & Advanced Track der School of Design Thinking (Hasso-Plattner-Institut, Universität Potsdam 2017/18)
Bachelor of Arts: Theaterwissenschaft & Sozial- und Kulturanthropologie (Freie Universität Berlin Berlin, 2011-16)
Unser Netzwerk
Wir arbeiten projektbezogen mit ausgewählten Expert:innen und Partner:innen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft sowie angrenzenden Disziplinen zusammen.
Lina Keßler
Strategieberaterin für Design & InnovationLina berät Organisationen dabei, Design als strategisches Werkzeug für Prozesse, Kommunikation und digitale Werkzeuge zu nutzen. Sie ist der Überzeugung, dass gute Gestaltung komplexe Realitäten zugänglicher und wertstiftender machen kann.
Alexander Vielhaber
Der Komplexität von Individuen, Teams und Organisationen sowie ihrem wechselseitigem Zusammenspiel begegnet er mit Neugier und Offenheit für verschiedene Perspektiven, Paradoxien und Eigendynamiken. Die Gestaltung von Dialog- und Resonanzräumen nutzt er, um Gelegenheiten zur Reflexion zu schaffen, Möglichkeitsräume zu erweitern und Handlungsfähigkeit zu stärken.
Facilitator & Coach
Vivien Hauf
Kommunikatinsberaterin & Transformationsdesignerin Vivien arbeit an der Schnittstelle von Kommunikation und Transformation und erzählt Geschichten über Nachhaltigkeit und neue Narrative. Sie interessiert, wie Kommunikation Denken verändert und Zukunft neu gestaltet.
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